

Die meisten Träume handeln von Gefahren
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In seiner Anthologie "Buch der Träume" verzeichnet der Kulturwissenschaftler Ignaz Ježover folgenden Traum des Dichters Christian Morgenstern:
"Nacht vom 26. zum 27. November 1908. Ich sehe etwas in der Luft wie etwa drei glänzende, glasklare Äpfel an einem (unsichtbaren) Zweige, sie bewegen sich leicht im Wind - und daran geht mir das Wesen alles Lebens auf. ... Nach jenem Vorgang - bewegtes All - erkläre ich mir, im Traum, das ganze Leben. Das Ende ist mir leider entschwunden, ich weiß nur, dass ich großer Klarheit genoss."
Dieses Merkmal vieler Träume, ds Morgenstern schildert - nämlich das Entschwinden ihrer Weisheit nach ihrem Ende und dem Aufwachen - teilt der Traum mit dem mystischen Erleben. Wir sind zutiefst durchdrungen und ergriffen von der Botschaft, die in der Erfahrung steckt und spricht, aber sie entgleitet uns nur zu leicht, wenn wir ins "Normalbewusstsein" zurückkehren.
Darum will das Träumen geübt sein. Um möglichst viele der Schätze unserer nächtlichen Fahrten ins wache Leben zu retten, müssen wir die Kunst des Träumens lernen. In seinem Werk "Die Kunst des Träumens" berichtet der Anthropologe Carlos Castaneda, mit welchen Worten sein schamanischer Lehrer, Don Juan seine Unterweisung in dieser Kunst begann: "Ich werde dich lehren, das Träumen zu arrangieren."
Wir alle arrangieren unsere Träume. Schließlich sind wir selbst deren Autoren, die Herren des Geschehens. Nur ist die Inszenierung meist unbewusst, unserer Kontrolle entzogen. Traumdeutung kann uns helfen, uns der unbewussten Skripte bewusst zu werden, die unseren Traumen zugrunde liegen und sie sinnvoll abzuändern. So können wir unseren Träumen den größtmöglichen Ertrag abgewinnen.
Freud meinte, Träume seien sexuelle Wunscherfüllung. Die moderne empirische Traumforschung betont demgegenüber, dass Träume mehrheitlich von Gefahren handeln. Das eine muss natürlich das andere nicht ausschließen. Wer im Traum des Nachbarn Eheweib begehrt, der mag sich schon fürchten, wenn der Gatte breite Schultern und kräftige Pranken hat.
Naturwissenschaftlich gebildete Menschen des elektronischen Zeitalters finden Träume allenfalls auf den Bildschirmen der Neurowissenschaftler interessant, die ihnen spezifische Nervenbahnen und Hirnzentren zuordnen. Das Geschäft des Traums erledigt sich ja ohnehin im Schlaf ganz von allein und so besteht keine Notwendigkeit, ihm die wertvolle Zeit der Wachphasen zu widmen.
Wer die Traumdeutung ernst nimmt, gibt sich dadurch als rückständig und unzulänglich qualifiziert zu erkennen. Aber vielleicht ändert sich das ja wieder. Inzwischen hat nämlich die Neuro-Zunft die Psychoanalyse Freuds, des großen Traumdeuters, wiederentdeckt und durch aufregende Brain-Scans geadelt. Es könnte also sein, dass fortschrittliche Leute in Zukunft zur Computer-Tomographie eilen, um sich die Träume von Neuro-Psychoanalytikern wissenschaftlich deuten zu lassen.
Unsere Zeit ist traumvergessen. Traumdeutung ist allenfalls ein Freizeitvergnügen oder eine psychoanalytische Marotte. In vorindustriellen Zeiten war das anders. In manchen Kulturen mussten Träume nach dem Aufwachen sofort in dier Realiät umgesetzt werden - unmittelbar oder symbolisch. Wer dies versäumte, fürchtete Schlimmes und wurde am Ende tatsächlich körperlich oder seelisch krank.
Heute drohen auch die Irokesen in der Traumverlorenheit des "American Way of Life" zu versinken - doch einst spielten die Träume in ihrem Leben eine herausragende Rolle. Die Irokesen glaubten, dass der Traum die Sprache der Seele sei. Mittels der Träume würde die Seele ihre tiefsten Begierden mitteilen. Dieses Wünschen der Seele nannten sie Ondinnonk.
Die Seele war zufrieden, wenn ihre Wünsche erfüllt wurden. Doch wehe nicht. Dann wurde die Seele oft ärgerlich und erhob sich gegen den Körper. Dadurch verursachte sie Krankheiten oder gar den Tod. Die Irokesen mussten sich also in der Kunst der Traumdeutung üben - aus Furcht vor der Rache der Seele.
Für die australischen Ureinwohner hatte der Traum noch eine wesentlich größere Bedeutung. Sie glaubten, das gesamte Universum sei aus Träumen geschaffen. Alle gesellschaftlichen Aktivitäten wurden durch den täglichen Austausch von Träumen und deren rituelle Interpretation geregelt.
Diese und weitere Beispiele finden sich in Jeremy Taylors Schrift "Das innere Universum. Die schöpferische Kraft der Träume."
Ich deute Ihre Träume zugleich auf der Grundlage der modernen empirischen Traumforschung und und auf Basis alter Traumlehren. Sie können wählen zwischen der Grundform und der erweiterten Form der Traumdeutung.
Manche meinen, die Traumdeutung aus der Ferne sei eine Errungenschaft des Internet-Zeitalters. Früher habe es es nur die Möglichkeit gegeben, sich zur Traumdeutung außer Haus zu begeben - z. B. in die Praxis des Psychoanalytikers oder in die Wohnung einer betagten Dame mit okkulten Fähigkeiten.
Doch das Deuten von Träumen aus der Ferne war auch in früheren Zeiten nichts Ungewöhnliches.
Sogar Altmeister Sigmund Freud interpretierte zumindest einen Traum brieflich, nämlich den Angsttraum der jungen Amerikanerin Mary Fields. (Ludy T. Benjam, Jr. & David N. Dixon: Dream Analysis by Mail. American Psychologist, 51 (6), 460-468), 1996).
Die Traumdeutung via Internet hat sogar einen großen Vorteil. So ist schnell. Wer den Traum aufschreibt, solange er noch frisch ist, erhält Antwort, bevor er verblasst ist.
Oder rufen Sie an - gleich nach dem Aufwachen: 0911-89659017 (aber bitte nicht zwischen 23:00 und 7:00).

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Der Traum gehört untrennbar zu unserem Leben, und wenn unser Leben Bedeutung hat, dann haben auch unsere Träume einen Sinn.
Der tantrische Meister Jetsüm Milarepa meditierte acht Jahre in völliger Abgeschiedenheit in einer Höhle. In dieser Zeit spitzte er seinen Geist nicht nur zu äußerster Klarheit zu, sondern auch seine Träume wandelten sich zu feingeschliffenen Instrumenten vertiefter Welterfahrung.
In seinen Träumen habe er, so berichtet der Heilige, den Berg Meru von der Spitze bis zum Fuß durchdringen und alles, was in seinem Inneren geschah, klar erkennen können. Er konnte in seinen Träumen sich selbst in Hunderte von Persönlichkeiten spalten, die alle mit derselben Macht ausgestattet waren, die er selbst besaß. Jede der vielfältigen Persönlichkeiten konnte das Weltall durchmessen in in einem Buddha-Himmel den Lehren lauschen, um dann zurückzukehren und sie vielen Menschen zu vermitteln.
Er konnte seinen physischen Körper in loderndes Feuer oder einen Ozean ruhigen oder fließenden Wassers verwandeln.
Obwohl er wusste, dass er sich all diese phänomenalen Kräfte nur im Traum anverwandelt hatte, erfüllte ihn Freude und Mut.
So viel zur rechten Art des Umgangs mit Träumen.
Brion Gyson, der Erfinder der Cut-up-Technik, die den Beat-Autoren William Burroughs berühmt machte, erfand mit dem Wissenschaftler Ian Sommerville die "dream machine". Die Idee ist ganz einfach. Man nehme einen Zylinder, schneide Schlitze hinein, befestige in ihm eine Glühbirne und stelle ihn auf einen Plattenspieler. Dreht sich dieser, erzeugt die "dream machine" Lichteffekte mit einer konstanten Frequenz und hypnotischen Auswirkungen.
Für uns Adepten des Internets gibt es auch eine HTML-Version der Dream Machine.
Vergessen Sie nicht, Ihre Augen zu schließen.
Manche meinen, im Traum habe man paranormale Kräfte. Dies ist natürlich umstritten, wie alles, was mit Psi zu tun hat. Daher versuchten Parapsychologen, dieses Phänomen experimentell zu erhärten. Eines dieser Experimente wurde im Maimonides Medical Center in New York verwirklicht. Schläfer wurden in einem schalldichten Raum isoliert und aufgefordert, ein zufällig ausgewähltes Bild, das sie nicht zu Gesicht bekamen, in ihre Träume einzubeziehen. Unabhängige Beurteiler prüften hinterher die Übereinstimmung zwischen den Traumberichten und den Bildern. Diese war statistisch hochsignifikant.
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