Psychoskripte

Beispiele zur psychologischen Beratung im Internet

Wie werde ich rank und schlank in minus 14 Tagen?

Udo Pollmers und Susanne Warmuths "Lexikon der populären Ernährungsirrtümer" beginnt mit A wie Abnehmen und mit einer schlechten Nachricht für alle Gutgläubigen: Wer abnimmt, tut nicht etwa seiner Gesundheit etwas Gutes, nein, er erhöht sogar das Krankheitsrisiko. Diäten sind gesundheitsschädlich, heißt es da. Und unter dem Stichwort Übergewicht tragen die Autoren in ihr Lexikon ein: Übergewichtige leben nicht etwa länger, sie sterben im Schnitt nur an etwas anderem als Normal- oder Untergewichtige. Am längsten leben offenbar jene Menschen, die im Laufe ihres Lebens kontinuierlich ein wenig zunehmen.
Dies ist keineswegs nur die Meinung der Autoren; Pollmer und Warmuth erhärten ihre Aussagen durch eine größere Zahl empirischer Studien.

Es gibt trotzdem viele gute Gründe fürs Abnehmen. Doch solange sie dafür noch gute Gründe brauchen, fahren Sie auch weiterhin mit Ihrem Gewicht Achterbahn.Vergessen Sie die Waage und das Kolorienzählen, schlagen Sie sich Diäten und Ratgeber für gesunde Ernährung aus dem Kopf, schicken Sie Ihren Ernährungsguru in die Wüste. Bleiben Sie erst einmal dick und drehen Sie dafür an einer anderen Schraube.

Macht es denn Spaß, wenn der Kohldampf im Bauch rumort und eine besorgte innere Stimme dich fragt, ob dir nicht schlecht werde vor Hunger? Wäre es da nicht besser, Pfunde Pfunde sein zu lassen und ordentlich reinzuhauen?

Wenn die Diät wenigstens etwas bringen würde! Ist aber nicht so, nach ein paar Monaten bist du dicker als je zuvor. Was soll's also?


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Der Jo-Jo-Effekt

Das Jo-Jo (auch: Yo-Yo) ist ein geniales Spielzeug, nicht nur für Kinder. Es besteht aus zwei Scheiben, einer Achse mit einer Schnur daran, und mit einigem Geschick kann man das Jo-Jo tanzen lassen und raffinierte Tricks vorführen.

Die Auf- und Ab-Bewegung des Jo-Jo's inspirierte findige Beobachter der Diät-Szene zu einer Begriffsneubildung: Jo-Jo-Effekt. Damit bezeichneten sie die Beobachtung, dass Diäten häufig zu einer Gewichtsabnahme führen, aber nach einigen Monaten hat man das Ursprungsgewicht wieder erreicht oder gar übertroffen. Dieses bedauerliche Phänomen motiviert zu erneuter Diät und zu einer Wiederholung des beschriebenen Ablaufs.

Der Begriff "Jo-Jo-Effekt" ist also im Grunde eine Verunglimpfung des Jo-Jo's, denn letzteres ist ein Beweis dafür, dass die besten Sachen oft höchst einfach sind, während der gleichnamige Effekt darauf hindeutet, dass Menschen aus Erfahrung oft nicht klug werden und sich, einfache Erkenntnisse missachtend, beinahe zwanghaft in große Schwierigkeiten bringen.

Das ist so ähnlich wie mit dem Rauchen. Die Rauchen wissen durchaus, das Rauchen schädlich ist. Aber sie tun's trotzdem.

Bauernschlau

Wer Diät hält, macht die Rechnung ohne den Wirt, den Körper. Die Gewichtsregulation unseres Körpers ist nämlich nicht intelligent, nicht wirklich, sondern eher bauernschlau, also auch nicht ganz dumm, im Grunde sehr praktisch. Ist die Diät zu Ende, dann hat der Körper gelernt, dass es auch einmal zu Hungerperioden kommen kann. Um für die Zukunft gerüstet zu sein, legt er sich wieder ein Fettpolster zu.

Ich bin keine Mediziner. Wer sich für die medizinischen Details interessiert, möge sie im Netz nachlesen. Vereinfacht formuliert, überfordern Diäten den Körper und unter diesem Stress reagiert er falsch: Er verbrennt nicht nur vermehrt die Fettzellen, wie erhofft, sondern auch Muskelzellen. Das Muskelgewebe wird aber zur Fettverbrennung benötigt.

Diäten sind also höchst unnatürliche Eingriffe in den Stoffwechsel, und wer über längere Zeit Diät hält, kann sich sogar einen Nierenschaden zuziehen. Der Jo-Jo-Effekt ist also nicht die Begleiterscheinung eines netten Kinderspiels, sondern ein ernsthaftes Warnsignal.



Grundlagen und Ablauf der Beratung

Meine Beratung zur Ernährungsumstellung enthält folgende Elemente:


Der Wohlfühl-Effekt

Alles könnte so einfach sein. Der menschliche Körper benötigt Energie. Wie viel - das hängt von der individuellen Konstitution ab und von dem Ausmaß an körperlicher Anstrengung: Ein Höchstleistungssportler benötigt naturgemäß mehr Energiezufuhr als ein Sesselfurzer.

Was liegt also näher, als dem Körper zu geben, was er benötigt. Gibt man ihm zu viel, wird er zu dick. Bei manchen Leuten geht das so weit, dass sie schließlich von der Feuerwehr mit dem Schwerlastkran durch ein breites Fenster aus der Wohnung geholt werden müssen, weil sie nicht mehr durch die Tür passen. Gibt man dem Körper aber zu wenig, dann wird er mager und dürr. Bei manchen Menschen geht das so weit, dass sie in Kliniken für Magersüchtige zum Schrecken ihrer Therapeuten werden.

Angesichts der möglichen scheußlichen Folgen, stellt sich natürlich die Frage, warum es viele Menschen nicht schaffen, Input und Output der Energiebilanz aufeinander abzustimmen. Hier mögen Mediziner kluge Theorien entwickeln, als Psychologe habe ich eine ziemlich simple Erklärung entwickelt, die auf meinen Beobachtungen beruht.

Viele Menschen fühlen sich nicht wohl, wenn sie genau so viel Energie in Form von Lebensmitteln zu sich nehmen, wie der Körper aufgrund seiner Verfassung und seiner Bewegung benötigt. So fühlen sich Magersüchtige ekelhaft und unausstehlich, wenn sie nur ein Gramm zu viel auf ihren hervorstechenden Rippen haben. Und Gefrässigen fühlen sich hundeelend, wenn sie sich nicht bis zum Platzen vollgefressen haben.

Es gibt sicher viele Gründe, warum sich manche Menschen mit dem, was ihnen von Natur aus zusteht, nicht wohlfühlen. Welche Gründe dies auch immer sein mögen, allein ihre Erkenntnis führt nicht zum natürlichen Gewicht. Dieses wird auf Dauer nur erreicht, wenn Input und Output übereinstimmen und sich die Menschen dennoch wohlfühlen.

Das dies leichter gesagt ist als getan, wissen die meisten von uns aus Erfahrung. Darum kommt ja jedes Quartal mindestens eine neue Diät auf den Markt, als seien Diäten Säue, die durchs Dorf getrieben werden müssen.

Warum dürfen wir nicht bleiben, wie wir sind?

Der Basis-Konflikt

Wenn sich Menschen nur bei einem vom Optimum abweichenden Gewicht wohlfühlen, dann ist das eine Sache. Gäbe es da nicht noch die andere Sache, dann könnten sie ja so bleiben, wie sie sind. Ein paar Pfunde mehr oder weniger, was macht das schon? Hauptsache, ich fühle mich wohl.

Dummerweise aber hängt das Wohlbefinden nicht nur vom Füllungsgrad des Magens ab. So ist es vielen von uns durchaus nicht gleichgültig, was die lieben Mitmenschen von uns denken. Sind wir wohlgelitten, dann fühlen wir uns wohl. Werden wir aber argwöhnisch beäugt oder verlacht, dann nicht.

Zu Dicke oder zu Dünne müssen mit negativen Reaktionen ihrer Mitmenschen rechnen. Sie fühlen sich also wohl, weil sie so viel oder so wenig Nahrung zu sich nehmen, wie sie zum Wohlfühlen brauchen - aber der ganze Spaß wird gründlich verdorben durch die alte Weisheit, dass "kein Mensch in Frieden leben kann, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt."

Kurz: Die Ernährung ist nur ein Faktor in unserer Wohlfühlbilanz. Und was die Ernährung an Gewicht in die Waagschale zu legen vermag, wird u. U. durch gegenläufige Einflüsse ausgeglichen oder sogar übertroffen.

Dadurch entsteht ein innerer psychischer Konflikt, der natürlich Frustrationen auslöst. Frustrationen können zur Verstärkung des Fehlverhaltens führen: ein Teufelkreis. Sie können aber auch den Wunsch hervorrufen, den Konflikt zu überwinden.

Der zu Dünne kann an eine Mastkur denken, der zu Dicke an eine Diät. Beide Gedanken führen in die Irre, weil dadurch das leidige Problem des Wohlfühlens nicht gelöst wird. Der Konflikt bleibt bestehen. Ein gegenläufiger Gedanke bestünde beispielsweise darin, sich gegenüber den Reaktionen der Mitwelt zu immunisieren, sich ein dickes Fell zuzulegen.

Selbst wenn das gelänge - unsere Seele ist erfinderisch und würde rasch einen neuen inneren Konflikt kreieren. Die Stimme unseres Gewissens würde sich melden und fragen: Willst du denn zuckerkrank werden? Willst du denn zu hohen Blutdruck kriegen. Soll man dir denn ein Bein amputieren? Willst du denn im Rollstuhl landen?

Wir Menschen haben es schon schwer, nicht wahr?


Mein liebstes Gedicht

Johann Wolfgang Goethe

Gut verloren - etwas verloren!
Musst rasch dich besinnen
und neues gewinnen.
Ehre verloren - viel verloren!
Musst Ruhm gewinnen,
da werden die Leute sich anders besinnen.
Mut verloren - alles verloren!
Da wär' es besser: nicht geboren.

Niemals den Mut verlieren

Es ist schon wichtig, sich wohl zu fühlen, denn chronisches Unwohlsein macht bitter und bissig. Das sind Seelenlagen und Verhaltensweisen, die das Unwohlsein letztendlich noch verstärken. Aber sich wohl zu fühlen, ist nicht alles. Es gibt eine Form des Strebens nach Wohlbefinden, die den Mut untergräbt. Und dann ist in der Tat alles verloren.

Wer Gewichtsprobleme hat, kann schon mutlos werden. Schließlich hat er immer das Scheitern vor Augen. Doch muss man sich nach jeder Niederlage wieder dazu aufraffen, den felsenfesten Entschluss zu fassen, das Problem zu meistern. Man muss den Mut haben, es immer wieder zu versuchen. Um den Mut geht es, er steht im Mittelpunkt. Zu dick, zu dünn, beliebt, unbeliebt? Das sind doch nur willkürliche Anlässe, den Mut zu stählen. Nur der Mut zählt. Alles anderes ist zweitrangig.


Mit freundlichen Grüßen aus Nürnberg, Ihr Hans Ulrich Gresch

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