
Theorie, Praxis, Lebenserfahrung. Ich war in unterschiedlichsten Bereichen tätig, als Wissenschaftler, als Berater, als Manager. Ich bin Jahrgang 1951 und ich kenne die Licht- und Schattenseiten des Lebens.
Seitdem ich vor mehr als zehn Jahren meine erste Web Site ins Netz stellte, wenden sich zunehmend Menschen via eMail oder Telefon mit der Bitte um Rat an mich. Zunächst teilte ich die Ansicht vieler Fachkollegen, dass eine seriöse, sinnvolle Beratung nur von Angesicht zu Angesicht möglich sei - und nicht im anrüchigen Internet, nur einen Mausklick weit entfernt von Pornographie, politischem Radikalismus und seichter Unterhaltung.
Inzwischen habe ich erkannt, dass die Beratung im Internet eine gleichwertige, in manchen Fällen sogar die effektivere Form der psychologischen Hilfe ist.
Die Beratung per eMails kommt mir sehr entgegen, denn ich lese und schreibe gern. Davon zeugen die zahllosen Schriften, die Sie hier in meiner Web Site psychoscripte finden können. Für mich gibt es kaum eine bessere und schnellere Möglichkeit, mit dem eigenen Unbewussten in Kontakt zu kommen, als das kreative Schreiben.
Ich bin Klinischer Psychologe und Wirtschaftspsychologie. Manche meinen, dass dies nicht zusammenpasst. "Ein Klinischer Psychologe will den Menschen helfen, aber ein Wirtschaftspsychologe kümmert sich nur um den Profit!" so lautet ein Vorurteil. Tatsache aber ist: Wirtschaftliche Fragen bestimmen unser gesamtes Leben - nicht nur unser Arbeitsleben. Und auch bei psychologischen Fragen darf man diesen wichtigen Bereich nicht ausklammern. Ich finde eine Doppelqualifikation in Klinischer und Wirtschaftspsychologie einfach ideal. Die Möglichkeit, in beiden Bereichen Erfahrungen zu sammeln, hat sich für mich als unschätzbar wertvoll erwiesen - und ich hoffe, dass meine Klienten und Kunden davon profitieren können.
Ich stamme aus dem Ruhrgebiet, aus einer Arbeiterfamilie. Mein Abitur habe ich auf dem Abendgymnasium nachgeholt. Dort lernte ich unter anderem, unter großem Zeitdruck und Stress zu lernen. Natürlich hätte ich mir damals eine etwas entspanntere und komfortablere Form des Wissenserwerbs gewünscht, aber im Rückblick bin ich doch ganz zufrieden mit dieser Variante. Schließlich ernte ich mit dem Hinweis aufs Abendgymnasium Respekt - unverdient, denn so schwer war's auch wieder nicht.
Mitunter ertappe ich mich dabei, wie ich einer Alltagsweisheit einen hochtrabenden, wissenschaftlich klingenden Begriff anhefte wie ein Etikett - und schon ist's Psychologie. Aber ich bemühe mich, diesen Fehler zu vermeiden.
Mit zunehmendem Alter ist mir bewusster geworden, wie reichhaltig und tiefschürfend die Alltagsweisheiten sind, die von Eltern, Lehrern und anderen erfahrenden Menschen an die Jüngeren weitergegeben werden. Diesen Schatz des Wissens sollte die wissenschaftliche Psychologie nicht leichtfertig verwerfen.
Obwohl der Trend zum Zweitbuch angeblich ungebrochen ist, lesen doch immer weniger Menschen die sog. schöne Literatur, die Belletristik, also Romane, Erzählungen, Gedichte, literarische Essays usw.
Das ist überaus bedauerlich, denn diese Lektüre bereitet nicht nur Stunden des Lesevergnügens, der Belehrung, des ästhetischen Genusses, sondern sie hilft auch, die eigene Seele und das Verhalten und Erleben der Menschen aller Zeiten und Weltgegenden zu verstehen.
Nach der Realschule entschied
ich mich zunächst für eine kaufmännische Laufbahn und besuchte
die Höhere Handelsschule. Dann allerdings
beschlichen mich Zweifel, ob Rechnungswesen und Buchführung mich
ein ganzes Berufsleben lang begeistern würden. Ein Leben zwischen
Aktenbergen vor Augen entschloss ich mich, das Abitur auf dem Abendgymnasium
nachzuholen. Nach bestandener Reifeprüfung studierte ich Psychologie
an der Technischen Universität Braunschweig. Einen Dämpfer
erhielt meine Hoffnung, mich nun mit einem nicht gar so trockenen Stoff
beschäftigen zu dürfen. Denn im Grundstudium dominierten Statistik
und Methodenlehre. Im Hauptstudium wandte ich mich der Arbeits-,
Betriebs- und Organisationspsychologie zu. Dennoch wollte ich mir
nicht die Möglichkeit verbauen, später als Psychotherapeut zu
arbeiten. Daher wählte ich freiwillig die Klinische
Psychologie als zusätzliches Fach der Diplomprüfung.
Das Thema meiner Diplomarbeit lässt allerdings erkennen, dass ich
mich für die Wirtschaftspsychologie als erstes Standbein entschieden
hatte. Ich entwickelte ein Training für Sicherheitsfachkräfte.
Sie sollten Mitarbeiter an gefährlichen Arbeitsplätzen motivieren,
durch sicherheitsbewusstes Arbeiten Unfälle zu verhüten. Die
Auseinandersetzung mit diesem Thema lehrte mich, dass in der Praxis psychologische
und wirtschaftliche Gesichtspunkte kaum voneinander zu trennen sind. Nur
zu leicht nämlich können Leistungs- und Sicherheitsziele miteinander
in Konflikt geraten.
Mein Verständnis des Wechselspiels von Wirtschaft und Psychologie
wollte ich durch ein Promotionsstudium an der Wirtschafts-
und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg
vertiefen. In meiner Dissertation setzte ich mich mit psychischen Anpassungsproblemen
in Innovationsprozessen auseinander. In diesem Bereich fand ich eine wichtige
Erkenntnis meiner Diplomarbeit bestätigt: Die technischen Aspekte
von Neuerungen sind ebenso wichtig wie der technische Unfallschutz. Für
die erforderlichen Verhaltensänderungen entscheidend aber ist die
Kommunikation.
Während meines Promotionsstudiums war ich Mitarbeiter
des Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrums (SFZ) der Universität
Erlangen-Nürnberg. Dort übernahm ich Aufgaben im Rahmen
eines interdisziplinären Forschungsverbundes. Nach dem Auslaufen
meines befristeten Arbeitsvertrags mit dem SFZ wurde ich Referent
für Öffentlichkeitsarbeit und Information bei einem Verbund
von Trägern in der Suchtkrankenhilfe (DAYTOP GmbH, PHÖNIX-Haus
GmbH, SECA GmbH, Telefonnotrufe für Suchtgefährdete e. V.).
Meine zusätzliche Ausbildung in Klinischer Psychologie erwies sich
nun als sehr hilfreich. Ich schrieb nicht nur Geschäftsbriefe, Broschüren,
Artikel, Stellungnahmen, Reden, Internet-Texte, sondern auch Konzepte
zur Behandlung und Betreuung abhängigkeitskranker Menschen. Zudem
verfasste ich als Ghostwriter sieben Sachbücher zur Suchtkrankenhilfe,
die sich mit medizinischen, psychotherapeutischen, wirtschaftlichen und
politischen Fragen auseinander setzten.
Im Laufe der Jahre nach meinem Eintritt in das Unternehmen verdoppelte
sich die Zahl der Einrichtungen – und so wurden auch im Bereich
der Öffentlichkeitsarbeit neue Mitarbeiter erforderlich. Der geschäftsführende
Gesellschafter ernannte mich schließlich zum
Leiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit.
Diese Suchthilfe-Organisation wurde später in das
„Deutschordens Hospitalwerk“ (DOH) eingegliedert, das
neben Krankenhäusern u. a. auch Altenheime und Behinderten-Einrichtungen
unterhielt. Zu meinen Aufgaben zählten nunmehr auch die Öffentlichkeitsarbeit
und die Entwicklung von Konzepten für die anderen Bereiche des Konzerns.
Leider geriet dieses Unternehmen in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten
und musste 2001 u. a. die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
und Unternehmenskommunikation schließen.
Seither unterstütze ich meine Frau, die einen Bio-Supermarkt
betreibt, in den Bereichen "Marketing" und "EDV"
und bin selbständig tätig. Am 31. Mai 2006 gründete ich
die Psychologische Praxis für schriftliche
Kommunikation.

Die Zeit hinterlässt ihre Spuren
© leselotti (Judith O.) / Pixelio
Die moderne Psychologie ist eine empirische Wissenschaft. Sie orientiert
sich an der traditionellen Naturforschung. Das Ideal ist die Physik. Die
Methoden und Experimente dieser sehr weit fortgeschrittenen Wissenschaft
sind das Leitbild der meisten Forscher, die an den Universitäten
Psychologie lehren.
Viele Laien allerdings, die sich für Psychologie interessieren, empfinden
die Statistiken und Tabellen der modernen Psychologie eher als langweilig.
Sie bevorzugen die Bücher und Artikel populärwissenschaftlicher
Schriftsteller oder Journalisten.
Diese Autoren verstehen die Psychologie als Erzählkunst. Sie stehen
Freud näher als den modernen Psychologen. Freud begriff sich in erster
Linie als Schriftsteller im Geiste Goethes und nur in zweiter Linie als
Psychotherapeut. Es ist daher auch kein Wunder, dass Freud den meisten
akademischen Psychologen unseres Jahrhunderts eher suspekt ist. Sie halten
die Psychoanalyse für eine vorwissenschaftliche Psychologie.
Als ich vor rund dreißig Jahren Psychologie zu studieren begann,
war ich ein leidenschaftlicher Anhänger der orthodoxen Psychoanalyse,
für die ich mich bereits während der Pubertät interessierte.
Meine Ideen und Erklärungen aus psychoanalytischer Sicht stießen
jedoch bei meinen Professoren und Dozenten auf wenig Gegenliebe. Sie weigerten
sich, ernstlich darüber zu diskutieren; manche schienen sogar stolz
darauf zu sein, dass sie sich niemals vertieft mit den Gedanken Freunds
auseinandergesetzt hatten.
Für mich war das ein herber Schock. Mir war zwar klar, dass die akademische
Psychologie der Freud'schen Lehre eher skeptisch gegenübersteht -
dass aber die Skepsis sich als pure Ignoranz entpuppen würde, hatte
ich nicht erwartet. Natürlich wollte ich nicht klein beigeben - und
so begann ich, in den Seminaren die Psychoanalyse zu propagieren und entwickelte
dabei beinahe missionarische Züge. Die Professoren ignorierten meine
Beiträge, und mit der Zeit stöhnten die meisten Kommilitonen
auf, wenn ich nur das Wort ergriff. Nur wenige waren so wie ich von der
Psychoanalyse fasziniert.
Wenn ich mich recht entsinne, hatte ich nur drei Mitstreiter: Einer wechselte
in die Medizin, der zweite ging an eine andere Uni, wo angeblich ein der
Psychoanalyse wohlgesonnener Professor lehrte. Der dritte wanderte wegen
eine Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz in den Knast.
Dann war ich allein - und musste schließlich erkennen, dass es keinen
Sinn hatte, die freudianischen Perlen vor die Säue zu werfen. Mit
der Psychoanalyse beschäftigte ich mich fortan ausschließlich
im stillen Kämmerlein. Außerdem führte ich einen psychoanalytischen
Briefwechsel mit einer Freundin in einer anderen Stadt. Doch als diese
plötzlich schwanger wurde und ihren Psychoanalytiker heiratete, versiegte
auch diese Quelle psychoanalytischer Inspiration zu meinem großen
Bedauern.
Das Grundstudium ließ mir, je näher das Vordiplom rückte,
immer weniger Zeit für voluminöse psychoanalytische Werke. Vielmehr
riefen die Lehrbücher der Statistik, der Messtheorie, der Neurophysiologie,
Sinnesphysiologie, Ethologie, der experimentellen allgemeinen Psychologie.
Diesem Ruf entsprach ich pflichtbewusst, aber widerwillig. Dank meines
Fleißes eignete ich mir schnell ein beachtliches Wissen an - und
erntete die Anerkennung meiner Dozenten. Manchmal meinte ich ein listiges
Grinsen in ihren Augenwinkeln zu entdecken, wenn sie mich lobten. Doch
je mehr meine psychoanalytischen Ideen verblassten, desto weniger war
ich in der Lage, solche Signale wahrzunehmen oder gar zu deuten.
Nach bestandenem Vordiplom hatte ich mich in einen leidenschaftlichen
empirischen Psychologen verwandelt, der mit Inbrunst die moderne naturwissenschaftliche
Psychologie gegenüber vorwissenschaftlichen Abirrungen wie der Psychoanalyse
verteidigte. Als ich später im klinischen Bereich tätig wurde
und mit tiefenpsychologisch orientierten Ärzten und Psychologen zusammenarbeiten
musste, öffnete ich mich wieder dem psychoanalytischen Denken und
verteidigte vehement dessen Nützlichkeit in der Praxis.
Man mag mich nun einen Opportunisten nennen oder gar der Charakterlosigkeit
zeihen. Doch dann hätte man den wirklichen Grund meines Wankelmutes
nicht erfasst. Im Kern war ich mir nämlich stets treu geblieben.
Als Junge aus dem Arbeitermilieu des Ruhrpotts, der sein Abitur auf dem
Abendgymnasium nachgemacht hatte, war ich im Grunde meines Herzens stets
ein hemdsärmeliger Pragmatiker geblieben, der den theoretisch unverklärten
Blick auf die Realität bevorzugt.
Meine Ideologien habe ich dem jeweiligen Umfeld - mehr oder weniger widerstrebend
- angepasst. Dies konnte ich, weil mich weder die Psychoanalyse, noch
die naturwissenschaftlich empirische Psychologe im Herzen berührten.
Sie ließen mich kalt, auch wenn ich sie mit ehrlicher Leidenschaft
propagierte und verteidigte.
Heute, etwas älter und vielleicht klüger geworden, schätze
ich das psychologische Wissen aus beiden Bereichen nicht gering. Es handelt
sich hier um Modelle und Werkzeuge begrenzter Nützlichkeit. Man kann
sie durchaus mit Erfolg einsetzen, sofern man dabei pragmatisch die ungeschminkte
Realität im Blick hat. Und diese Realität wird man nicht erfassen,
wenn man sie nur aus psychologischer Perspektive betrachtet.
Palmström, etwas schon an Jahren,
wird an einer Straßenbeuge
und von einem Kraftfahrzeuge
überfahren.
"Wie war" (spricht er, sich erhebend
und entschlossen weiterlebend)
"möglich, wie dies Unglück, ja -:
daß es überhaupt geschah?
Ist die Staatskunst anzuklagen
in bezug auf Kraftfahrwagen?
Gab die Polizeivorschrift
hier dem Fahrer freie Trift?
Oder war vielmehr verboten
hier Lebendige zu Toten
umzuwandeln - kurz und schlicht:
Durfte hier der Kutscher nicht -?"
Eingehüllt in feuchte Tücher,
prüft er die Gesetzesbücher
und ist alsobald im klaren:
Wagen durften dort nicht fahren!
Und er kommt zu dem Ergebnis:
Nur ein Traum war das Erlebnis.
"Weil", so schließt er messerscharf,
"nicht sein kann, was nicht sein darf".
Das wichtigste Anliegen vieler meiner Texte besteht darin, über das Palmström-Syndrom aufzuklären und es zu bekämpfen. Als Palmström-Syndrom bezeichne ich die menschlich-allzumenschliche Neigung, offensichtliche Tatsachen zu verleugnen, wenn sie nicht ins eigene Weltbild passen.
Ein Beispiel für das "Palmström-Syndrom" ist die Verleugnung der Realität des extrem sadistischen Missbrauchs von Kindern. Dieses häufig auch "Satanisch Ritueller Missbrauch" genannte Phänomen wird von Tausenden von Opfern in aller Welt glaubwürdig bezeugt. Dennoch verschließen nicht nur viele Laien, sondern auch viele Experten die Augen vor den Tatsachen.
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