Dr. Hans Ulrich Gresch

Dr. Hans Ulrich Gresch

Biographie

Theorie, Praxis, Lebenserfahrung. Ich war in unterschiedlichsten Bereichen tätig, als Wissenschaftler, als Berater, als Manager. Ich bin Jahrgang 1951 und ich kenne die Licht- und Schattenseiten des Lebens.

Seitdem ich vor mehr als zehn Jahren meine erste Web Site ins Netz stellte, wenden sich zunehmend Menschen via eMail oder Telefon mit der Bitte um Rat an mich. Zunächst teilte ich die Ansicht vieler Fachkollegen, dass eine seriöse, sinnvolle Beratung nur von Angesicht zu Angesicht möglich sei - und nicht im anrüchigen Internet, nur einen Mausklick weit entfernt von Pornographie, politischem Radikalismus und seichter Unterhaltung.

Inzwischen habe ich erkannt, dass die Beratung im Internet eine gleichwertige, in manchen Fällen sogar die effektivere Form der psychologischen Hilfe ist.

Die Beratung per eMails kommt mir sehr entgegen, denn ich lese und schreibe gern. Davon zeugen die zahllosen Schriften, die Sie hier in meiner Web Site psychoscripte finden können. Für mich gibt es kaum eine bessere und schnellere Möglichkeit, mit dem eigenen Unbewussten in Kontakt zu kommen, als das kreative Schreiben.


Ich bin Klinischer Psychologe und Wirtschaftspsychologie. Manche meinen, dass dies nicht zusammenpasst. "Ein Klinischer Psychologe will den Menschen helfen, aber ein Wirtschaftspsychologe kümmert sich nur um den Profit!" so lautet ein Vorurteil. Tatsache aber ist: Wirtschaftliche Fragen bestimmen unser gesamtes Leben - nicht nur unser Arbeitsleben. Und auch bei psychologischen Fragen darf man diesen wichtigen Bereich nicht ausklammern. Ich finde eine Doppelqualifikation in Klinischer und Wirtschaftspsychologie einfach ideal. Die Möglichkeit, in beiden Bereichen Erfahrungen zu sammeln, hat sich für mich als unschätzbar wertvoll erwiesen - und ich hoffe, dass meine Klienten und Kunden davon profitieren können.


Abendgymnasium

Ich stamme aus dem Ruhrgebiet, aus einer Arbeiterfamilie. Mein Abitur habe ich auf dem Abendgymnasium nachgeholt. Dort lernte ich unter anderem, unter großem Zeitdruck und Stress zu lernen. Natürlich hätte ich mir damals eine etwas entspanntere und komfortablere Form des Wissenserwerbs gewünscht, aber im Rückblick bin ich doch ganz zufrieden mit dieser Variante. Schließlich ernte ich mit dem Hinweis aufs Abendgymnasium Respekt - unverdient, denn so schwer war's auch wieder nicht.

Psychologie

Mitunter ertappe ich mich dabei, wie ich einer Alltagsweisheit einen hochtrabenden, wissenschaftlich klingenden Begriff anhefte wie ein Etikett - und schon ist's Psychologie. Aber ich bemühe mich, diesen Fehler zu vermeiden.

Mit zunehmendem Alter ist mir bewusster geworden, wie reichhaltig und tiefschürfend die Alltagsweisheiten sind, die von Eltern, Lehrern und anderen erfahrenden Menschen an die Jüngeren weitergegeben werden. Diesen Schatz des Wissens sollte die wissenschaftliche Psychologie nicht leichtfertig verwerfen.

Literatur

Obwohl der Trend zum Zweitbuch angeblich ungebrochen ist, lesen doch immer weniger Menschen die sog. schöne Literatur, die Belletristik, also Romane, Erzählungen, Gedichte, literarische Essays usw.

Das ist überaus bedauerlich, denn diese Lektüre bereitet nicht nur Stunden des Lesevergnügens, der Belehrung, des ästhetischen Genusses, sondern sie hilft auch, die eigene Seele und das Verhalten und Erleben der Menschen aller Zeiten und Weltgegenden zu verstehen.



Mein Lebenslauf


Biographie im Volltext

Nach der Realschule entschied ich mich zunächst für eine kaufmännische Laufbahn und besuchte die Höhere Handelsschule. Dann allerdings beschlichen mich Zweifel, ob Rechnungswesen und Buchführung mich ein ganzes Berufsleben lang begeistern würden. Ein Leben zwischen Aktenbergen vor Augen entschloss ich mich, das Abitur auf dem Abendgymnasium nachzuholen. Nach bestandener Reifeprüfung studierte ich Psychologie an der Technischen Universität Braunschweig. Einen Dämpfer erhielt meine Hoffnung, mich nun mit einem nicht gar so trockenen Stoff beschäftigen zu dürfen. Denn im Grundstudium dominierten Statistik und Methodenlehre. Im Hauptstudium wandte ich mich der Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie zu. Dennoch wollte ich mir nicht die Möglichkeit verbauen, später als Psychotherapeut zu arbeiten. Daher wählte ich freiwillig die Klinische Psychologie als zusätzliches Fach der Diplomprüfung.
Das Thema meiner Diplomarbeit lässt allerdings erkennen, dass ich mich für die Wirtschaftspsychologie als erstes Standbein entschieden hatte. Ich entwickelte ein Training für Sicherheitsfachkräfte. Sie sollten Mitarbeiter an gefährlichen Arbeitsplätzen motivieren, durch sicherheitsbewusstes Arbeiten Unfälle zu verhüten. Die Auseinandersetzung mit diesem Thema lehrte mich, dass in der Praxis psychologische und wirtschaftliche Gesichtspunkte kaum voneinander zu trennen sind. Nur zu leicht nämlich können Leistungs- und Sicherheitsziele miteinander in Konflikt geraten.
Mein Verständnis des Wechselspiels von Wirtschaft und Psychologie wollte ich durch ein Promotionsstudium an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg vertiefen. In meiner Dissertation setzte ich mich mit psychischen Anpassungsproblemen in Innovationsprozessen auseinander. In diesem Bereich fand ich eine wichtige Erkenntnis meiner Diplomarbeit bestätigt: Die technischen Aspekte von Neuerungen sind ebenso wichtig wie der technische Unfallschutz. Für die erforderlichen Verhaltensänderungen entscheidend aber ist die Kommunikation.
Während meines Promotionsstudiums war ich Mitarbeiter des Sozialwissenschaftlichen Forschungszentrums (SFZ) der Universität Erlangen-Nürnberg. Dort übernahm ich Aufgaben im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsverbundes. Nach dem Auslaufen meines befristeten Arbeitsvertrags mit dem SFZ wurde ich Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Information bei einem Verbund von Trägern in der Suchtkrankenhilfe (DAYTOP GmbH, PHÖNIX-Haus GmbH, SECA GmbH, Telefonnotrufe für Suchtgefährdete e. V.). Meine zusätzliche Ausbildung in Klinischer Psychologie erwies sich nun als sehr hilfreich. Ich schrieb nicht nur Geschäftsbriefe, Broschüren, Artikel, Stellungnahmen, Reden, Internet-Texte, sondern auch Konzepte zur Behandlung und Betreuung abhängigkeitskranker Menschen. Zudem verfasste ich als Ghostwriter sieben Sachbücher zur Suchtkrankenhilfe, die sich mit medizinischen, psychotherapeutischen, wirtschaftlichen und politischen Fragen auseinander setzten.
Im Laufe der Jahre nach meinem Eintritt in das Unternehmen verdoppelte sich die Zahl der Einrichtungen – und so wurden auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit neue Mitarbeiter erforderlich. Der geschäftsführende Gesellschafter ernannte mich schließlich zum Leiter der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit.
Diese Suchthilfe-Organisation wurde später in das „Deutschordens Hospitalwerk“ (DOH) eingegliedert, das neben Krankenhäusern u. a. auch Altenheime und Behinderten-Einrichtungen unterhielt. Zu meinen Aufgaben zählten nunmehr auch die Öffentlichkeitsarbeit und die Entwicklung von Konzepten für die anderen Bereiche des Konzerns. Leider geriet dieses Unternehmen in ernsthafte wirtschaftliche Schwierigkeiten und musste 2001 u. a. die Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit und Unternehmenskommunikation schließen.
Seither unterstütze ich meine Frau, die einen Bio-Supermarkt betreibt, in den Bereichen "Marketing" und "EDV" und bin selbständig tätig. Am 31. Mai 2006 gründete ich die Psychologische Praxis für schriftliche Kommunikation.

Schicksal

Die Zeit hinterlässt ihre Spuren
© leselotti (Judith O.) / Pixelio

Mein Weg in die Psychologie

Die moderne Psychologie ist eine empirische Wissenschaft. Sie orientiert sich an der traditionellen Naturforschung. Das Ideal ist die Physik. Die Methoden und Experimente dieser sehr weit fortgeschrittenen Wissenschaft sind das Leitbild der meisten Forscher, die an den Universitäten Psychologie lehren.
Viele Laien allerdings, die sich für Psychologie interessieren, empfinden die Statistiken und Tabellen der modernen Psychologie eher als langweilig. Sie bevorzugen die Bücher und Artikel populärwissenschaftlicher Schriftsteller oder Journalisten.

Diese Autoren verstehen die Psychologie als Erzählkunst. Sie stehen Freud näher als den modernen Psychologen. Freud begriff sich in erster Linie als Schriftsteller im Geiste Goethes und nur in zweiter Linie als Psychotherapeut. Es ist daher auch kein Wunder, dass Freud den meisten akademischen Psychologen unseres Jahrhunderts eher suspekt ist. Sie halten die Psychoanalyse für eine vorwissenschaftliche Psychologie.

Als ich vor rund dreißig Jahren Psychologie zu studieren begann,  war ich ein leidenschaftlicher Anhänger der orthodoxen Psychoanalyse, für die ich mich bereits während der Pubertät interessierte. Meine Ideen und Erklärungen aus psychoanalytischer Sicht stießen jedoch bei meinen Professoren und Dozenten auf wenig Gegenliebe. Sie weigerten sich, ernstlich darüber zu diskutieren; manche schienen sogar stolz darauf zu sein, dass sie sich niemals vertieft mit den Gedanken Freunds auseinandergesetzt hatten.

Für mich war das ein herber Schock. Mir war zwar klar, dass die akademische Psychologie der Freud'schen Lehre eher skeptisch gegenübersteht - dass aber die Skepsis sich als pure Ignoranz entpuppen würde, hatte ich nicht erwartet. Natürlich wollte ich nicht klein beigeben - und so begann ich, in den Seminaren die Psychoanalyse zu propagieren und entwickelte dabei beinahe missionarische Züge. Die Professoren ignorierten meine Beiträge, und mit der Zeit stöhnten die meisten Kommilitonen auf, wenn ich nur das Wort ergriff. Nur wenige waren so wie ich von der Psychoanalyse fasziniert.

Wenn ich mich recht entsinne, hatte ich nur drei Mitstreiter: Einer wechselte in die Medizin, der zweite ging an eine andere Uni, wo angeblich ein der Psychoanalyse wohlgesonnener Professor lehrte. Der dritte wanderte wegen eine Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz in den Knast. Dann war ich allein - und musste schließlich erkennen, dass es keinen Sinn hatte, die freudianischen Perlen vor die Säue zu werfen. Mit der Psychoanalyse beschäftigte ich mich fortan ausschließlich im stillen Kämmerlein. Außerdem führte ich einen psychoanalytischen Briefwechsel mit einer Freundin in einer anderen Stadt. Doch als diese plötzlich schwanger wurde und ihren Psychoanalytiker heiratete, versiegte auch diese Quelle psychoanalytischer Inspiration zu meinem großen Bedauern.

Das Grundstudium ließ mir, je näher das Vordiplom rückte, immer weniger Zeit für voluminöse psychoanalytische Werke. Vielmehr riefen die Lehrbücher der Statistik, der Messtheorie, der Neurophysiologie, Sinnesphysiologie, Ethologie, der experimentellen allgemeinen Psychologie. Diesem Ruf entsprach ich pflichtbewusst, aber widerwillig. Dank meines Fleißes eignete ich mir schnell ein beachtliches Wissen an - und erntete die Anerkennung meiner Dozenten. Manchmal meinte ich ein listiges Grinsen in ihren Augenwinkeln zu entdecken, wenn sie mich lobten. Doch je mehr meine psychoanalytischen Ideen verblassten, desto weniger war ich in der Lage, solche Signale wahrzunehmen oder gar zu deuten.

Nach bestandenem Vordiplom hatte ich mich in einen leidenschaftlichen empirischen Psychologen verwandelt, der mit Inbrunst die moderne naturwissenschaftliche Psychologie gegenüber vorwissenschaftlichen Abirrungen wie der Psychoanalyse verteidigte. Als ich später im klinischen Bereich tätig wurde und mit tiefenpsychologisch orientierten Ärzten und Psychologen zusammenarbeiten musste, öffnete ich mich wieder dem psychoanalytischen Denken und verteidigte vehement dessen Nützlichkeit in der Praxis.

Man mag mich nun einen Opportunisten nennen oder gar der Charakterlosigkeit zeihen. Doch dann hätte man den wirklichen Grund meines Wankelmutes nicht erfasst. Im Kern war ich mir nämlich stets treu geblieben. Als Junge aus dem Arbeitermilieu des Ruhrpotts, der sein Abitur auf dem Abendgymnasium nachgemacht hatte, war ich im Grunde meines Herzens stets ein hemdsärmeliger Pragmatiker geblieben, der den theoretisch unverklärten Blick auf die Realität bevorzugt.

Meine Ideologien habe ich dem jeweiligen Umfeld - mehr oder weniger widerstrebend - angepasst. Dies konnte ich, weil mich weder die Psychoanalyse, noch die naturwissenschaftlich empirische Psychologe im Herzen berührten. Sie ließen mich kalt, auch wenn ich sie mit ehrlicher Leidenschaft propagierte und verteidigte.

Heute, etwas älter und vielleicht klüger geworden, schätze ich das psychologische Wissen aus beiden Bereichen nicht gering. Es handelt sich hier um Modelle und Werkzeuge begrenzter Nützlichkeit. Man kann sie durchaus mit Erfolg einsetzen, sofern man dabei pragmatisch die ungeschminkte Realität im Blick hat. Und diese Realität wird man nicht erfassen, wenn man sie nur aus psychologischer Perspektive betrachtet.


Mein liebstes Gedicht

Christian Morgenstern
"Die unmögliche Tatsache"

Palmström, etwas schon an Jahren,
wird an einer Straßenbeuge
und von einem Kraftfahrzeuge
überfahren.

"Wie war" (spricht er, sich erhebend
und entschlossen weiterlebend)
"möglich, wie dies Unglück, ja -:
daß es überhaupt geschah?

Ist die Staatskunst anzuklagen
in bezug auf Kraftfahrwagen?
Gab die Polizeivorschrift
hier dem Fahrer freie Trift?

Oder war vielmehr verboten
hier Lebendige zu Toten
umzuwandeln - kurz und schlicht:
Durfte hier der Kutscher nicht -?"

Eingehüllt in feuchte Tücher,
prüft er die Gesetzesbücher
und ist alsobald im klaren:
Wagen durften dort nicht fahren!

Und er kommt zu dem Ergebnis:
Nur ein Traum war das Erlebnis.
"Weil", so schließt er messerscharf,
"nicht sein kann, was nicht sein darf".

Meine psycho-literarische Mission

Das wichtigste Anliegen vieler meiner Texte besteht darin, über das Palmström-Syndrom aufzuklären und es zu bekämpfen. Als Palmström-Syndrom bezeichne ich die menschlich-allzumenschliche Neigung, offensichtliche Tatsachen zu verleugnen, wenn sie nicht ins eigene Weltbild passen.

Ein Beispiel für das "Palmström-Syndrom" ist die Verleugnung der Realität des extrem sadistischen Missbrauchs von Kindern. Dieses häufig auch "Satanisch Ritueller Missbrauch" genannte Phänomen wird von Tausenden von Opfern in aller Welt glaubwürdig bezeugt. Dennoch verschließen nicht nur viele Laien, sondern auch viele Experten die Augen vor den Tatsachen.


Mit freundlichen Grüßen aus Nürnberg, Ihr Hans Ulrich Gresch

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